Bad Segeberg: Erste Eindrücke vom neuen Stück: „Old Surehand“!

Am vergangenen Freitag war es wieder soweit, die Karl-May-Spiele Bad Segeberg luden zur alljährlichen großen Pressekonferenz.
Dieses mal erwarteten uns 8 von insgesamt 22 Bildern die im großen und ganzen das zeigten womit man auch in den letzten Jahren immer wieder Rekordergebnisse erzielt hatte.
Rund 4,6 Millionen Euro kostet die neue Produktion bei dem alleine das imposante Bühnenbild 200.000 Euro verschlingt, welches dieses mal mit einer besonderen Überraschung aufwarten kann. Wie bereits in den Jahren zuvor braucht es mindestens 200.000. Besucher um die Produktionskosten wieder einzuspielen.

Das diesjährige Bühnenbild teilt sich in drei Bereiche auf:
Links die Stadt „Sandycreek“ mit französischem Lokal in dem Fançois seine Gäste bewirten wird, in der Mitte das Dorf der Comanchen, wo Ben Bremer, als „Tibo-Taka“, so manche Schandtat plant und der „Teufelsfelskopf“ Felsen dessen Geheimnis ich hier nicht verraten werde. Zu guter Letzt auf der rechten Seite das beeindruckende „Fort Terrel“, wo sich General Douglas mit seinen Helfern zurückzieht.
Eine lange nicht mehr gesehene Besonderheit, es gibt in diesem Jahr wieder eine Seilbahn quer über die Arena, welche wohl im Finale zu Einsatz kommen wird.

Werfen wir einen Blick auf die Schauspieler.
Vor 30 Jahren setzte Joshy Peters zum ersten mal einen Fuß in den Sand des Bad Segeberger Freilichttheaters. Als Old Shatterhand. 2017, und mittlerweile zum 25. Mal dabei, steht er auf der Seite der Bösen. Als „Old Wabbel“, auch der König der Cowboys genannt, hat er es auf die Indianer abgesehen und zusammen mit Mathieu Carrière hat er es auch auf deren Reichtümer abgesehen. Schon nach der Pressekonferenz ist klar, auch nach 25 Jahren am Kalkberg ist Joshy Peters noch immer einer der ganz wichtigen und zu Recht ein Publikumsliebling in Bad Segeberg. Man merkt ihm an das er sich freut mal wieder einen „Bösen“ zu spielen!

Joshy Peters als Old Wabbel, der König der Cowboys

„Keiner stirbt so schön wie er…“, und um es gleich vorweg zu nehmen, ja auch in diesem Jahr stirbt Harald Wieczoreck wieder in einer seiner Rollen den Bühnentod. Und der eingangs erwähnte Satz bewahrheitet sich einmal mehr. Leider hatte er bei der Pressekonferenz sonst nicht sehr viele Möglichkeiten sein Können zu zeigen, aber wer mittlerweile im fünften Jahrzehnt am Kalkberg dabei ist, der braucht sein Können auch nicht mehr wirklich zu beweisen. Ich bin mir sicher, er wird seine Rolle gut meistern.

Harald Wieczorek als Vupa Umugi, der Große Donner

Auch Ben Bremer ist im Bad Segeberger Wilden Westen kein Unbekannter. Von 2003 bis 2009 gehörte er bereits fünf mal zum Team. Meist als Indianer und somit Gegner von Winnetou. Nach ein paar Jahren in Rügen, wo er sich unter die Piraten gemischt hat, kehrt er nun wieder einmal in den Wilden Westen zurück. Als Tibo-Taka ist auch er einer der Bösen in diesem Jahr und wer ihn in der Pressekonferenz bereits erleben durfte weiß, auf den Mann ist auch in diesem Jahr wieder Verlass. Er wird den Hass des Publikums auf sich zu ziehen wissen und sicherlich einen guten Bösewicht abgeben.

Ben Bremer als Tibu-Taka

Eine Besetzung die mich persönlich sehr gefreut hat, nach zwei Jahren Pause kehrt auch Stephan A. Tölle an den Kalkberg zurück. Sein Debüt gab er 2009 als „Lord Castlepool“, es folgten Rollen als „Kas Timpe“ (2010) sowie eine Doppelrolle als irischer Spelunkenwirt „Paddy“ und „Bankier Duncan“ (2011) und 2014 als „Jungle Fred“ wo er sein artistisches Talent unter Beweis stellen konnte. In diesem Jahr ist er als skurriler Westmann „Pitt Holbers“ an der Seite von Harald Wieczorek (Dick Hammerdull) zu sehen, wo die beiden alle Hände voll damit zu tun haben den französischen Koch François (Patrik L. Schmitz) vor sich selbst, sowie die anderen vor seinen Kochkünsten, zu schützen.
Leider sahen wir auch ihn nicht sehr oft am Freitag, so das es schwer ist sich eine Meinung zu bilden. Wenn man die anderen Rollen aber dazu nimmt ist sicherlich auch von Tölle eine solide Leistung zu erwarten.

Stephan A: Tölle als Pitt Holbers

Alle Guten Dinge sind drei und so findet auch Patrick L. Schmitz nach einem Jahr Pause den Weg zurück an den Kalkberg. Als französischer Koch will er ein Sterne Restaurant im Wilden Westen eröffnen und sorgt für so mächtig Trubel und Heiterkeit.
Man mag über die Komik am Kalkberg sagen was man will, sicher ist es gab schon Schlimmeres und in den in der Pressekonferenz gezeigten Bildern hat er mir gut gefallen.

Patrick L. Schmitz als François

Bereits zum fünften mal ist er der Häuptling aller Apachen. Jan Sosniok spielt auch in diesem Jahr wieder den Winnetou. Bei der Pressekonferenz hatte er noch ein paar kleine Texthänger, allerdings war da ja auch noch eine Woche Zeit bis zur Premiere. Auch bei ihm weiß man was man erwarten kann, er wird seine Sache sicherlich auch in diesem Jahr wieder gut machen.

Jan Sosniok als Winnetou

Nico König zog es in diesem Jahr nach Rügen zu den Piraten, aber einen „König“ gibt es auch in diesem Jahr in Bad Segeberg, Max König. Er spielt in diesem Jahr mit eine der wichtigsten Rollen im Stück: Apanatschka. Erste Karl May Erfahrung sammelte er bereits in Österreich wo er als „Kleiner Bär“ und „Old Shatterhand“ auf der Bühne stand. In diesem Jahr spielt er nun also das Halbblut Apanatschka. Gut möglich das er sich zum neuen Publikumsliebling in Bad Segeberg entwickeln wird… warten wir es ab.

Max König als Apanatschka

Eine besonders geheimnisvolle Rolle übernimmt Simone Ritscher in ihrem ersten Jahr bei den Karl May Spielen: Kolma Puschi, das Schwarze Auge. Sie kam zwar nur in einer einzigen Szene am Freitag vor, aber das reichte aus, um zu wissen, auch sie ist eine gute Wahl für diese Rolle gewesen. Mimik und Ausstrahlung passen zu der Rolle der Kolma Puschi und ihr Auftritt war sowieso einer der besonderen Art in Bad Segeberg.

Simone Ritscher als Kolma Puschi

Zu guter letzt bleiben noch die diesjähriegen Gaststars.

Er gibt als Titelheld Old Surehand sein Debüt am Kalkberg, Alexander Klaws. Bis vor kurzem spielte er noch in Oberhausen den Tarzan im gleichnamigen Musical und dementsprechend sportlich agiert er auch in den Kämpfen von denen er in dieser Saison einige zu absolvieren hat. Was allerdings auffiel, ihm fehlt noch das gewisse etwas als Old Surehand. Da würde ich mir wünschen, das er sich im Laufe der Saison noch steigert.

Alexander Klaws als Old Surehand

Ebenfalls zum ersten Mal dabei ist auch Sila Sahin, die in diesem Jahr „Lea-tshina, die Weiße Feder“ verkörpert. Zusammen mit Alexander Klaws (Old Surehand) ist sie in diesem Jahr für die romantischen Szenen zuständig, wird aber auch die ein oder andere brenzlige Situation überstehen müssen. Die Rolle der Comanchen Tochter passt zu ihr, da haben die Karl May Spiele wieder einmal eine gute Wahl getroffen.

Sila Sahin als Lea-tshina, die Weiße Feder

Zu guter letzt bleibt noch Mathieu Carrière als General Douglas. Bei ihm muss ich ganz ehrlich sagen, ich hätte mehr erwartet. Joshy Peters als Old Wabble stiehlt ihm in nahezu jeder Szene nahezu mühelos die Show und er geht leider zu oft auf der Bühne unter. Man kann es vielleicht damit erklären das er im Stück nicht reiten wird, allerdings wenn man da an Christian Kohlund (Burton in Unter Geiern 2014) zurückdenkt reicht das alleine nicht als Erklärung aus. Vor 17 Jahren wurde er als Ölprinz gefeiert, in diesem Jahr wäre zu wünschen, das in dieser Saison noch mehr kommt, als das, was wir am Freitag in der Pressekonferenz zu sehen bekommen haben…

Mathieu Carrière als General Douglas

Fazit:
Die Karl May Spiele haben es wieder einmal geschafft ein starkes Team, mit einem beeindruckenden Bühnenbild und einem interessanten Stück zu kombinieren. Wenn das Wetter mitspielt ist da sicher wieder eine große Besucheranzahl zu erwarten und das nicht unverdient. Ob es auch in diesem Jahr für einen neuen Besucherrekord reichen wird, da will ich mich nicht festlegen. Aber ich kann es euch empfehlen das Stück anzusehen, es wird sich sicher lohnen!
Premiere ist am Samstag 24. Juni um 20:30 Uhr, wer schon vorher einen Blick auf das neue Stück erhaschen will hat dazu am morgigen Freitag (23.Juni) um 20 Uhr bei der Generalprobe die Gelegenheit (Achtung: Freie Platzwahl!)
Gespielt wird dann immer donnerstags, freitags und samstags um 15 und 20 Uhr sowie sonntags um 15 Uhr bis einschließlich 3. September.
Wir wünschen allen Beteiligten eine erfolgreiche und verletzungsfreie Saison 2017!