„Old Surehand“ macht es richtig! – Premiere in Bad Segeberg

7500 Zuschauer haben gestern Abend im Freilichttheater am Kalkberg Platz genommen, um die Premiere der 66ten Karl-May-Spiele zu erleben. Mit „Old Surehand“, steht ein echter Klassiker auf dem Programm.

 

Ausverkauftes Freilichttheater

Zu Beginn des Premierenabends tritt Ute Thienel, die Geschäftsführerin der Karl-May-Spiele in die Arena, um das Publikum, wie gewohnt, charmant, zu begrüßen. Bürgermeister Dieter Schönfeld ist ebenfalls zur Stelle, um das Publikum willkommen zu heißen. Den Startschuss gibt der ehemalige Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU), der 2006 zum Ehrenhäuptling „Starker Bär aus dem Norden“ ernannt wurde.

Ute Thienel (l., versteckt hinter dem Mast), Peter Harry Carstensen (m.), Dieter Schönfeld (r.)

Eines vorweg: „Old Surehand“ schlägt den „Schatz im Silbersee“ aus dem Vorjahr um Längen. Die Kulisse ist kreativ und hält einige Überraschungen parat, die an dieser Stelle nicht verraten werden. Das Ensemble überzeugt auf ganzer Linie. Jan Sosniok gibt, wie gewohnt einen Winnetou, wie man ihn sich wünscht. Alexander Klaws wird der Titelrolle des „Old Surehand“ ebenfalls durchaus gerecht.

Alexander Klaws als Old Surehand (l.). und Jan Sosniok als Winnetou (r.)

GZSZ-Star Sila Sahin ist als Indianerin „Lea-tshina“ zu sehen, die mit Old Surehand anbändelt. Die Love-Story zwischen ihr und Surehand beginnt sofort nach dem ersten Zusammentreffen der beiden Charaktere – es wäre glaubhafter gewesen, wenn man sich hier etwas mehr Zeit gelassen hätte. Mit Mathieu Carriere ist ein alter Bekannter zurückgekehrt. Bereits 2000 war er als fieser Ölprinz in Bad Segeberg zu sehen. 2017 spielt er Old Surehands Erzfeind „General Douglas“.  Carriere ist ein echter Hauptgewinn und macht seine Sache vortrefflich.

Ohne Pferd unterwegs: Mathieu Carriere als General Douglas

An seiner Seite spielt Joshy Peters (feiert dieses Jahr seine 25te Saison) als Old Wabble. Peters stellt einmal mehr seine Wandlungsfähigkeit unter Beweis. Carriere und Peters sind ein Schurkenduo, wie man es selten in Bad Segeberg erlebt.

Joshy Peters als „Old Wabble“

Aber auch der Rest des Ensembles soll hier nicht zu kurz kommen. Zusammengefasst kann man sagen: Spitze gemacht! Jeder einzelne, sei es Schauspieler oder Statist, war mit Herzblut dabei.

In Erinnerung geblieben ist die verregnete Premiere des letzten Jahres – die in der Hälfte abgebrochen werden musste. Dieses Jahr hatte Petrus ein Einsehen und es bliebt, bis auf einen kleinen Nieselregen, während der ganzen Vorstellung trocken.

Das Textbuch von Michael Stamp ist sehr gelungen und die Handlung ist auch für jüngere Besucher gut verständlich. Die Besucher erleben die Geschichte des jungen Westmannes Old Surehand, den ein großes Geheimnis umgibt. Seinen Weg kreuzt der Comanchen-Häuptling Apanatschka (actionreich gespielt von Max König), der sich später als Surehands Bruder herausstellt.

Für einige Lacher sorgte eine Mikrofon-Panne bei Winnetou (Jan Sosniok).

Ausgerechnet beim ersten Auftritt versagte sein Ansteckmirko – Jan Sosniok stieg souverän vom Pferd und stellt sich einfach direkt neben seine Spielpartner, um deren Mikro zu nutzen. Bald nahte die Rettung und das defekte Mirco wurde direkt auf der Bühne ausgetauscht – solche kleinen „Pannen“ machen das Live-Erlebnis am Kalkberg aus und gehören einfach dazu.

Winnetou (Jan Sosniok) bekommt ein neues Micro.

Das Stück endet mit einem spektakulären Showdown, bei dem General Douglas „zur Hölle fährt.“. Geschäftsführerin Ute Thienel kündigte dieses Finale in einem Interview in den Lübecker Nachrichten als einen „Showdown, wie es ihn noch nie gegeben hat“ an. Tatsächlich ist das Finale wie immer beeindruckend. So gibt es wie bereits im vorletzten Jahr wieder eine Seilbahn – neu ist das allerdings nicht. Nach 66 Jahren ist es zugegebener Weise auch schwer, immer wieder etwas völlig Neues auf die Bühne zu bringen.

Nach 2 Stunden packender Unterhaltung endet die Premiere traditionell mit einem grandiosen Höhenfeuerwek.

Insgesamt ist „Old Surehand beste Familienunterhaltung mit einem starken Ensemble, tollen Effekten und einer spannenden Story. Ein Besuch in Bad Segeberg lohnt sich auf jeden Fall!