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Winnetou meets Indiana Jones – Premiere in Bad Segeberg

Bei bestem Wetter sind die Karl-May-Spiele mit „Unter Geiern – Der Sohn des Bärenjägers“ in ihre 68. Spielzeit gestartet. Den Startschuss gab auch in diesem Jahr Ministerpräsident Daniel Günter ab. 

 

Mit der neuen Inszenierung etablieren die Karl-May-Spiele Alexander Klaws als neuen Winnetou. Klaws überzeugt von der ersten Minute und wird vom Publikum mit großem Applaus empfangen. Alexander Klaws legt die Winnetou-Rolle sehr  emotional an. So lässt er sich von Hong-peh-te-keh, der Schwere Mokassin (Nicolas König) zu einem geladenen Schlagabtausch hinreißen und tritt auch ansonsten als junger, kriegerischer Winnetou auf, der gerne den ein oder anderen Kriegsschrei ausstößt. Entgegen aller Skeptiker beweist Klaws, dass er einen großartigen Winnetou abgibt, der sich deutlich von seinem Vorgänger Jan Sosniok abhebt. Mit Ex-Störtebeker Sascha Gluth, hat er einen erfahrenden Freilicht-Schauspieler an seiner Seite. Gluth spielte bereits bei den Störtebeker-Festspielen auf Rügen die Titelrolle und ist nun erstmals als Old Shatterhand in Bad Segeberg zu sehen. Mit Alexander Klaws und Sascha Gluth ist ein neues, frisches Heldengespann zu erleben – gerne daran festhalten!

 

Nicolas König gibt als Häuptling Schwerer Mokassin einen fiesen Antagonisten ab, der den Blutsbrüdern das Leben schwer macht. Er tötet Mo-haw (überzeugend gespielt von Sascha Hödl) und schiebt die Schuld Martin Baumann (Raul Richter), dem Sohn des Bärenjägers in die Schuhe. Somit hetzt er dessen Vater Tokvi-Tey, der Schwarze Hirsch (Harald Wieczorek) gegen den Bärenjäger Baumann (Joshy Peters) und seinen Sohn Martin auf. 

 

 

 

Raul Richter (Martin Baumann) und Larissa Marolt (Tifanny O’Toole) sind die Gaststars der neuen Inszenierung. Raul Richter spielt den Sohn des Bärenjägers überzeugend, ihm hätte man gerne etwas mehr „Screentime“ widmen können. Larissa Marolt, die ebenfalls einen guten Job macht, bändelt als Tiffany O’Toole schließlich mit Martin Baumann an. 

Auch 2019 warten die Karl-May-Spiele mit einer beeindruckenden Kulisse auf. So ist die Berglandschaft der Rocky Mountains in der Kalkberg Arena entstanden. Hierfür wurden eigens 7 Kiefernbäume auf die Bühne verpflanzt. Das Finale erinnert etwas an Indiana Jones. Schwerer Mokassin hat einen geheimnisvollen, roten Stein entdeckt. Mit dessen Hilfe gelangt er in die mysteriöse „Stadt über den Wolken“. Dort will er Tiffany O’Toole in den Schlund eines Schlammvulkans stoßen. Dies wird natürlich von Winnetou und Martin Baumann vereitelt, die ihm über eine Art Hindernisparcours folgen. Um hier nicht alles vorwegzunehmen: Die Verantwortlichen haben sich auch dieses Jahr zum Finale einiges einfallen lassen. Sehr sehenswert!

Insgesamt wieder eine Inszenierung, die an die der Vorjahre anknüpft. Das Stück wartet mit einem starken Ensemble auf – jeder macht seine Sache sehr gut. Entgegen der Vorjahresinzenierung bedienen Buchautor Michael Stamp und Regisseur Norbert Schulze jr. mit „Unter Geiern – Der Sohn des Bärenjägers“ einige Fantasy-Elemente und setzt neue Akzente. Das Stück endete traditionell mit einem grandiosen Feuerwerk.

 

 

 

Regisseur Norbert Schultze jr. wurde im Rahmen der Premiere verabschiedet & empfing vom Publikum verdiente Standing Ovations. Mit 77 Jahren wolle er sich nun etwas Ruhe gönnen. 2020 wird in Bad Segeberg „Der Ölprinz“ gezeigt – dann mit einem neuen Regisseur. 

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